Muskatellersalbei (Salvia sclarea) wächst in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet insbesondere in warmen, mäßig nahrhaften und basenreichen Felssteppen und Halbtrockenrasen an (voll-)sonnigen, trockenen und vor allem sommertrockenen Standorten. Bei dieser Herkunft ist es nicht verwunderlich, dass sich er auch für die Nutzung in Gärten als eine sehr robuste, anspruchslose und pflegeleichte Pflanze erweist.
Die Pflanze benötigt in der Keimphase und in der Stängelbildungsphase Feuchtigkeit, gehört aber ansonsten zu den trockenheitsresistenten Pflanzen. Mit ihren Pfahlwurzeln, die im ersten Jahr 90–120 cm und im zweiten Jahr 130–150 cm in den Boden eindringen, können sich die Pflanzen auch aus tieferen Erdschichten mit Feuchtigkeit versorgen. Es sollten bevorzugt vollsonnige Standorte sein, toleriert werden aber auch Halbschatten.
Junge Sämlinge vertragen leicht kurzfristige Fröste bis zu minus 6–8°C. Gut ausgebildete Überwinterungsrosetten vertragen Minusgrade bis ca. −29°C.
Auch hinsichtlich der Bodenbeschaffenheit ist die Pflanze genügsam: Er wächst auf Sand-, Lehm- und Schluffböden, ebenso wie auf steinigen Böden. Bevorzugt werden mäßig nahrhafte Böden mit einem hohen Gehalt an organischen Stoffen.
Bei ausreichend freien Bodenstellen reproduzieren sich Vorkommen von Muskatellersalbei problemlos durch Selbstaussaat. Die Art überwintert in Form kräftiger, runzeliger, immergrüner Rosetten, die auch über den Winter relativ ansehnlich sind.
Er fand spätestens seit dem 9. Jahrhundert in Kloster,- Kräuter- und Bauerngärten Verwendung, wird heute in Mitteleuropa eher selten als Zierpflanze in Staudenbeeten kultiviert, gewinnt aber vor dem Hintergrund von Klimawandel und Artenschwund an Bedeutung: In Haus- und Vorgärten lassen sich mit Muskatellersalbei z.B. zusammen mit Lavendel, Oregano und Agastachen Bereiche mit mediterranem Flair realisieren.
Er eignet sich auch gut für den Einsatz in Kiesgärten und Geröllgärten. Diese sollten aber nicht verwechselt werden mit den baurechtlich meist unzulässigen Schottergärten, in denen Grobkies und Steine vorrangige Gestaltungselemente sind und gar keine Pflanzen oder nur wenige Formgehölze vorkommen; mit dieser Pflanze lassen sich solche Schottergärten schnell begrünen und biodiversitätsmäßig aufwerten (z.B. nach einem Eigentümerwechsel bis zu einer grundlegenden Umgestaltung).
Bei der professionellen Anlage größerer Gärten wird die Art u.a. für gärtnerisch betreute, mediterrane Anlagen und Felssteppenpflanzungen auf etwas stickstoffärmeren Böden eingesetzt, wobei abgestorbene Exemplare (möglichst erst im Frühjahr) entfernt werden sollten.
entnommen aus www. Wiki; bearb. Stein
