Das Mutterkraut wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht in seiner Wildform Wuchshöhen von 30 bis 80 Zentimetern. Die Blütezeit reicht von Juni bis September.
Ursprünglich war Tanacetum parthenium im östlichen Mittelmeerraum beheimatet. Aufgrund ihrer historisch langen Nachweisbarkeit in Mitteleuropa wird die Pflanze als Archäophyt eingestuft.
Das Mutterkraut ist eine alte Zier- und Heilpflanze, traditionell z.B. in Bauerngärten angepflanzt. Es existieren eine Reihe von Kultursorten, deren Blüten oft gefüllt sind und manchmal nur aus Zungenblüten bestehen.
Das Mutterkraut ist häufig aus Gärten verwildert. Es ist beispielsweise in ruderalen Gras- und Staudenfluren anzutreffen.
Standorte in Mitteleuropa sind lehmige, nährstoffreiche Böden. Eine dauerhafte Einbürgerung ist allerdings noch nicht nachgewiesen.
Es lässt sich leicht im eigenen Garten ziehen, um die Blätter direkt zu verwenden.
Wegen des bitter-aromatischen Geschmacks wurden sie gerne mit auf Brot gelegt, was aber heutzutage nicht mehr unbedingt zu empfehlen ist. Indem aus vielen Kräutern, Gemüsen und Obsten Bitterstoffe herausgezüchtet wurden, ist die starke Bitterkeit der Blüte für den heutigen Gaumen ungewöhnlich.
Mutterkraut wurde bereits von Dioskurides im 1. Jahrhundert als Heilkraut beschrieben. Im Mittelalter wurde es gegen Fieber und Kopfschmerzen eingesetzt.
Der Trivialname Mutterkraut kommt von seiner Verwendung bei Schwangerschaftsbeschwerden – es löst die Menstruation aus und fördert die Ablösung der Plazenta, ist also ein Abortivum. Für Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine genauen Erfahrungen vor, besteht aber eher eine deutliche Gegenanzeige. Bei 50 % der auf Mutterkraut sensitiven Patienten ist regelmäßig eine Kreuzallergie mit anderen Korbblütlern zu beobachten; besonders häufig mit „Chrysanthemen“, Rainfarn, Margerite, Schafgarbe und Sonnenblume, aber auch mit Vertretern anderer Pflanzenfamilien wie z.B. mit Lorbeer oder dem Lebermoos Frullania.
entnommen aus www.wiki.; bearb. Stein
